Girls´Day bei MAWA – die zukünftigen Sheros

Sie fragen sich bestimmt direkt: was ist ein Shero?
„Shero“ ist ein Neologismus aus den Worten „She“ und „Hero“.

Barbie hat diesen Begriff zum Weltfrauentag das erste Mal ins Leben gerufen. Sheros sind für uns allerdings weitaus mehr, als eine Kinderspielzeug-Puppe. Sheros sind ein Synonym für starke Frauen und genau diese standen im Mittelpunkt beim MAWA Girls´Day 2022.

11 Teilnehmerinnen von drei Schulen aus der Region im Alter zwischen 10 und 15 Jahren waren Teil eines einmaligen Erlebnisses. Am 28. April fand der diesjährige Girls´Day statt. An dem Mädchenzukunftstag öffneten Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen, damit Mädchen ab der 5. Klasse Berufe und Studiengänge kennenlernen können, in denen Frauen bisher noch eher selten vertreten sind. Und auch MAWA war mit dabei.

Zunächst begann das Erlebnis „MAWA“ für die Teilnehmerinnen mit einer Werksführung unseres technischen Leiters. Beeindruckende Maschinen, die Haken und Bügel in Form bringen, gefolgt von unseren Tauchöfen und der Verpackungsabteilung, gewährten den jungen ambitionierten Schülerinnen tiefe Einblicke in unsere Kleiderbügelproduktion mit dem Siegel „Made in Germany“. Ein weiteres Highlight stellte der Vortrag von Geschäftsführerin Michaela Schenk dar, die detaillierte Einblicke in ihren Werdegang gewährte. Schritt für Schritt lernten die Teilnehmerinnen, wie man eine Marke bekannt macht, dabei die Verantwortung für eine nachhaltige Produktion niemals aus den Augen verliert und wie man sich mit Leidenschaft für ein komplexes Unternehmen einsetzt.

Eine anschließende Diskussionsrunde zum Thema Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung, sowie ein Workshop zum Thema „Online- und Social Media Marketing“ rundeten den MAWA Girls´Day 2022 mit einigen Beispielen aus der Praxis ab. So konnten die jungen Frauen einen Newsletter für unsere B2C Zielgruppe verfassen und entsprechende Tools kennenlernen.

Auch wir konnten Einiges von unseren Teilnehmerinnen lernen und mitnehmen. Die junge Generation, auch Generation Z genannt, ist digital sehr versiert: sie sind auf Instagram, Tiktok, Snapchat und YouTube zu Hause. Facebook hingegen spielt keine Rolle mehr in dieser Zielgruppe. Das Thema Gleichberechtigung scheint dabei in den Schulen vollumfänglich gelebt zu werden. Alle Schülerinnen waren sich einig, dass sie an ihrer Schule absolut gleichberechtigt sind und beispielsweise auch bei der Berufswahl sehr unterstützt werden, wie eben durch den Girls´Day.

„Sie alle können und sollen mit einer guten Ausbildung selbstbewusst alle Herausforderungen in Angriff nehmen. Und haben Sie niemals Angst vor Neuem oder Unbekanntem. Jeder kann sich, egal in welchem Alter, beruflich neu erfinden und orientieren. Und Jeder und vor allem Jede hat die gleiche Chance in seiner Berufung erfolgreich zu sein.“ Mit diesen Worten resümierte Frau Schenk den gelungenen MAWA Girls´Day und verabschiedete die Teilnehmerinnen.

Chancen und Gleichberechtigung – ein Aufhänger, der für uns nicht nur am Girls´Day Relevanz hat

Laut Weltwirtschaftsforum dauert es noch etwa 133 Jahre bis Männer und Frauen weltweit sowohl gesellschaftlich, politisch als auch wirtschaftlich gleichgestellt sind. Im Jahr 2019 stellte der Mikrozensus zudem fest, dass nur etwa 34 Prozent der Selbstständigen in Deutschland Frauen sind. Dabei steigt diese Zahl im Vergleich zu den Vorjahren kontinuierlich an. „Wir befinden uns bereits auf einem guten Weg, was das Thema Frauen und Selbstständigkeit anbelangt, sind aber leider immer noch nicht am Ziel“, erklärt Michaela Schenk. Sie selbst übernahm im Jahr 2007 das Unternehmen aus der Insolvenz und stand bereits kurze Zeit später der Weltwirtschaftskrise von 2009 gegenüber. Dennoch bereute sie zu keinem Zeitpunkt diesen Weg gegangen zu sein und ermutigt besonders Frauen, es ihr gleichzutun – ohne Angst vor Rückschlägen zu haben.

Richtungswechsel statt Stagnation

Dabei mangelt es oftmals an Vorbildern für wirtschaftlich erfolgreiche und unabhängige, selbstständige Frauen. Demgegenüber haben viele Männer ein besseres Netzwerk und ziehen sich gegenseitig mit. Das bemerken viele Gründerinnen spätestens, wenn es darum geht, eine geeignete Finanzierung für ihr Unternehmen zu finden. Auf der Seite von Venture-Capital-Gesellschaften oder auch unter Business Angels sind weitaus weniger Frauen vertreten. So bewerten laut des „Female Founders Monitor 2020“ fast dreißig Prozent der Männer den Zugang zu Kapital und Investitionen als positiv, aber nur 16,5 Prozent der befragten Frauen. Dabei liegt das in erster Linie daran, dass Menschen besonders gern mit Personen agieren, die ihnen ähnlich sind. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler bereits in den 70er-Jahren. Umso mehr gilt es für Frauen, ebenfalls Netzwerke zu bilden. „Bevor ich das Unternehmen kaufte, hatte ich häufig das Problem, nur männliche Vorgesetzte zu haben. Als Unternehmerin musste ich meine eigene Art zu führen erst finden, meinen eigenen Stil entwickeln, denn Frauen führen anders als Männer“, weiß Michaela Schenk. Dabei kann für Frauen wie für Männer gleichermaßen bereichernd sein, auf weibliche Führungskräfte als Vorbilder zurückgreifen zu können. Schließlich hat sich der Arbeitsmarkt verändert, ist diverser geworden. Wer früher als Jugendlicher beispielsweise eine Lehre bei der Bank absolvierte, behielt diesen Beruf ein Leben lang bei. Mittlerweile geht es vielmehr darum, sich eine solide Wissensbasis mit Kernkompetenzen anzueignen und dann dieses Wissen in andere Bereiche zu transferieren. „Ich möchte jeden dazu ermutigen, seinen eigenen Weg zu gehen, beruflich auch einmal die Richtung zu wechseln und seine Kompetenzen in einer anderen Branche einzusetzen, auch mal mutig zu sein und ein Risiko einzugehen. Denn wie mein Vater früher immer schon sagte: ‚Bange machen gilt nicht!‘“, so Schenk.

„Als Frau kämpft man für die Sache, nicht für die Macht“

„Früher war ich überhaupt kein Freund der Frauenquote. Ich war davon überzeugt, dass jeder es durch Leistung schaffen muss und auch kann. Ich glaube, dass viele Frauen und auch Männer ähnlich denken. Niemand möchte nur aufgrund seines Geschlechts eine Position erhalten. Aber mittlerweile denke ich, dass eine solche Frauenquote vielleicht nötig ist, damit Veränderung möglich ist. Bereits in den 70er-Jahren zeigten Forschungen, dass Menschen besonders gern mit Personen agieren, die ihnen sehr ähnlich sind. Dementsprechend wählen viele Chefs im Bewerbungsverfahren eben unbewusst auch Kandidaten aus, die ihnen ähneln. Dabei ist das Ganze gar kein Streitthema zwischen Männern und Frauen. Auch Männer möchten, dass ihre Töchter, Schwestern, Partnerinnen die gleiche Freiheit und Chancengleichheit haben wie sie selbst. Die Frage ist nur, auf welche Weise sich dies erreichen lässt. Viele Mädchen oder junge Frauen können sich nicht vorstellen eine Führungsposition einzunehmen, einfach weil ihnen diese Vorbilder oder auch Netzwerke fehlen. Quotenfrauen können das ändern.“, hebt Frau Schenk hervor.

Sind wir denn nun in der Gleichberechtigung angekommen oder sind wir noch lange nicht am Ziel?

„Nach aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Jahr 2019 noch immer bei nur 30 Prozent. Damit lag Deutschland im Vergleich der EU-Länder auf Rang zwanzig. Frauen in Führungspositionen sind also noch immer unterrepräsentiert. Im Vergleich zu den Zahlen der letzten Jahre lässt sich aber feststellen, dass wir bereits auf einem guten Weg sind, auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Es ist wichtig, dass ein Umdenkprozess stattfindet. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass es Frauen in Führungspositionen gibt. Quotenfrauen können daher als Vorbilder für andere dienen. Ich hatte als Frau häufig das Problem, nur männliche Vorbilder zu haben. Aber ich habe mich in ihrer Art zu führen nicht wiedergefunden und so über die Jahre meinen eigenen Stil entwickelt. Das war ein mühevoller Prozess, auch wenn ich rückblickend sagen kann, ich würde alles unbedingt wieder so tun. Es hat mich sehr bereichert. Doch Frauen führen anders. Deshalb denke ich, dass es für Frauen und Männer wertvoll ist, dass es auch weibliche Vorbilder gibt. Diese Rolle können Quotenfrauen übernehmen. Darüber hinaus kann damit auch ein dynamischer Prozess entstehen. Frauen in Führungspositionen können andere Frauen nachziehen.“, resumiert Schenk.