China wächst und die Autos stehen

Ein untrügliches Zeichen für Wirtschaftswachstum sind Verkehrsstaus. Verkehrsstaus entstehen, wenn gebaut wird, viel gebaut wird, wenn Menschen sich Autos kaufen, viele Autos und wenn sie unterwegs sind, viel unterwegs. In China ist das der Fall. Nur was bei uns viel ist, wird in China  um ein Vielfaches übertroffen. So auch die Verkehrsstaus. Bis zu 10 Tage müssen die Autofahrer ausharren, um an ihr Ziel zu kommen. Und die Staus häufen sich.

Das Wirtschaftswachstum bedeutet aber nicht nur, dass die Chinesen sich danach sehnen, schneller ans Ziel zu kommen. Sie erwarten auch mehr Qualität bei Konsumgütern. Wir sind stolz, dass unsere Repräsentanz in Xiamen im Süden der Provinz Fujian so viel Zuspruch findet und hoffen, dass die Staus sich schneller auflösen mögen.

Die wirtschaftliche Lage – Feedback aus Kundenbesuchen

In den letzten Wochen haben wir viele Kunden besucht. Neben der Präsentation der MAWA Produkte wurde natürlich auch über die allgemeine wirtschaftliche Lage sowie die Bekleidungsbranche (DOB, HAKA, Einzelhandel, Filialisten) im besonderen gesprochen. Dabei kann man eigentlich ein nahezu einheitliches Stimmungsbild erstellen: Die Frühjahr/Sommer-Kollektionen 2009 sind seit Januar in den Geschäften und die Abverkäufe sollten bis Ende Juni 2009 weitestgehend erfolgt sein, damit die neuen HW Kollektionen geliefert werden können.

artikel4-1788-orgUnsere Gesprächspartner konnten jedoch, entgegen der verschiedenen Meldungen aus den Medien (z.B. Panel TW-Testclub der Textilwirtschaft , siehe Grafik), keine oder nur geringste Unterschiede in den Umsätzen erkennen. Die Unterschiede sind im Jahresverlauf jedoch meist mehr Verschiebungen denn Umsatzrückgänge.
Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Orderumsätze für diese Waren meist bereits im Juli 2008, noch vor der Entstehung der Wirtschaftskrise, getätigt wurden.
Jedoch ist bei allen eine deutliche Verunsicherung bezüglich der anstehenden Herbst/Winter Saison spürbar. Denn die Umsätze aus der Vororder sind im Jahresvergleich meist niedriger und die Unternehmen können zur Zeit auch nicht die dann am POS erzielten Umsätze quantifizieren. Auch aus diesem Grund wurden, auch teilweise bereits geplante, Shoperöffnungen, Shop-in-Shops oder Merchandising-Konzepte bis auf weiteres zurückgestellt.
Es scheint jedoch so, als ob der vertikalisierte Einzelhandel (Bekleidungshersteller mit eigenen Geschäften) von dieser Entwicklung weniger stark betroffen ist. Dies kann natürlich einerseits daran liegen, dass deren Kollektionsrhythmen deutlich kürzer sind und diese dadurch schneller auf Nachfrageschwankungen reagieren können. Andererseits haben diese meist zusätzliche Distributionskanäle (z.B. Factory Outlet Center) um eventuell vorhandene Überhänge zeitnah vermarkten zu können.
Die meisten Hersteller vermuten oder erhoffen sich eine Trendwende gegen Ende der Herbst/Winter Saison.