Experten diskutieren über Digitalisierung und Modeshops

MAWA Fashion WorkshopDie Digitalisierung wird den Handel grundlegend verändern. MAWA hat Markenexperten, Spezialisten aus dem Visual Merchandising und Shopfitter zur Diskussion eingeladen. Ihre Statements haben wir im Video dokumentiert.

 

Konsens ist, dass E-Commerce den stationären Handel massiv verändern wird und die positive Customer Experience, die Erfahrung von „Convenience“ ausschlaggebende Erfolgsfaktoren für die Zukunft des Handels sind.

Das verfügbare Einkommen wie auch die Verkaufsflächen sind in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. 18 Prozent der Frauen machen mit durchschnittlich 3.000,- EUR pro Jahr 50 Prozent des gesamten DOB-Umsatzvolumens aus. 50 Prozent der Damen immerhin ein Drittel. Während sich die Umsätze der Multilabelgeschäfte halbiert haben, konnten Monolabels ihren Umsatz deutlich ausbauen.

In den Workshops haben wir mit der Branche diskutiert, was diese Entwicklungen für die Präsentation in den Stores und für das MAWA-Sortiment bedeuten. „Jetzt gilt es, das Gehörte und Gelernte auch möglichst gut umzusetzen,“ so Urs Riboni, Geschäftsführer der Prochema Baar AG.

 

E-Commerce und der stationäre Modehandel

MAWA WorkshopMode gehört zu den beliebtesten Artikeln, die online gekauft werden. Auf den stationären Modehandel hat das rasante Wachstum des E-Commerce weltweit erhebliche Auswirkungen. Deshalb hat MAWA Experten aus der Fashion Industrie und dem Store Design zu nationalen und internationalen Workshops eingeladen, um die Konsequenzen für die Zukunft zu diskutieren und neue Ideen und Konzepte zu entwickeln.

Das Ergebnis:
Entscheidender Erfolgsfaktor ist die positive Customer Experience. Ausgangspunkt ist die Kaufsituation. Hier unterscheiden wir zwischen „slow shopping“ und „fast shopping“.
Heutzutage kann der Kunde bei Bedarf immer und überall einkaufen. Warum nicht an der Bushaltestelle eine Bestellung aufgeben und per Drohne liefern lassen? Einkaufen mit den neuen technischen Möglichkeiten spart Zeit – ein Beispiel für „fast shopping“.

„Slow shopping“ findet dagegen im Laden, am POS statt. Neben dem perfekten Service erwarten Kunden im Fachgeschäft Klarheit und Übersicht. Der Fashionstore verwandelt sich in einen Showroom, der die Geschichte einer Marke – sei es die der Modemarke oder die einer Handelsmarke – in Style-Trends übersetzt und konsequent interpretiert.

Der Kleiderbügel wird in dieser Inszenierung zum Markenbotschafter und Kunden wollen dieses Erlebnis aus dem Fashionstore in ihr privates Umfeld übertragen. Die Kleidung wird inszeniert, ob im Schrank oder über offene Aufbewahrungssysteme. Auf jeden Fall erwarten Kunden, dass ihre Kleidungsstücke zu Hause genauso perfekt hängen wie im Fashionstore, auf dem richtigen Bügel, funktional und verlockend.

Klassischer Handel – Handel der Zukunft

MAWA Fashion ist unsere Antwort auf die Herausforderung der Markeninszenierung im Store Design. Dieses Konzept, das wir auf der Euroshop zum ersten Mal präsentiert haben, ist aufgegangen und die Diskussionen wurden weitergeführt.

Modemarken sehen durchaus, dass der Handel ein wichtiges aktivierendes Element der Kundenbindung ist und Markentreue durch das Einkaufserlebnis hergestellt wird. Das Einkaufserlebnis sollte nicht (nur) durch bekannte funktionale Aspekte wie den Preis beeindrucken, sondern über hedonistische Aspekte, ungewöhnliche Erfahrungen und Sinneseindrücke eine emotionale Bindung erzeugen.

Der Zeitgeist verlangt nach Community-Erlebnissen, wo sich Gleichgesinnte treffen und gemeinsam in die Markenwelt eintauchen. Der Store transformiert vom klassischen Warenlager zu einem Showroom und Lifestyle-Space.

Markenwelten verbinden

Eine der ersten, sehr erfolgreichen Marken, die weltweit in aller Konsequenz dieses unerhörte Einkaufserlebnis umgesetzt hat, war Hollister: ein „Must-have-been“ – mit der Trophäe auf dem Selfie.

Die Inszenierung ist geblieben, das Konzept angepasst: das aktuelle „must have been“: Y-3 – Adidas, die äußerst erfolgreiche Verbindung des japanischen Ausnahme-Designers Yoshi Yamamoto mit der Markenikone Adidas. Aus dieser Verbindung ist nicht nur eine neue, nie dagewesene Mode entstanden, sondern auch ein neues Store-Konzept, das in seiner Exklusivität an berühmte Showrooms erinnert. Fans scheuen keine Mühen und präsentieren sich mit ihren Trophäen in den sozialen Netzwerken.

Wie sehen Sie – als Kundin oder Kunde, als Händler oder Modemarke –  den Handel der Zukunft? Wir freuen uns auf weitere Diskussionen.